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jan klare
Jan Klare

projekte: the dorf

formerly known as the off domicil orchester

english text

»The Dorf« (the band formerly known as the »off domicil orchestra«) ist eine monatlich im Dortmunder Jazzclub Domicil aufspielende Grossband von Jazzabenteurern unter der Leitung von Jan Klare. Seit dem November 2006 kommen an jedem 3. Donnerstag im Monat zwischen 15 - 20 Musikern zusammen, die sich aus einem offenen Pool rekrutieren,der viele der besten NRW Musiker beinhaltet. Inzwischen hat sich ein fester Kern herausgeschält und sich das Repertoire gefestigt. Erste Auftritte ausserhalb des Domicils wie z.B. auf dem JOE Festival Esssen führten zu begeisterten Reaktionen.

Die Stücke stammen aus der Feder des Komponisten und Saxophonisten Jan Klare, der das Orchester unter dem Pseudonym »robot von klararjan« dirigiert.

Klare ist als Komponist und Bandleader eine über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannte Grösse. Das von 2000 - bis 2003 existierende Orchester »Supernova« (das er zusammen mit Peter Eisold leitete) wurde auf internationale Festivals eingeladen, seine Stücke werden von Neue Musik Ensembles ebenso gespielt wie von Jazzbands (u.a. veröffentlichte die WDR Big Band eine CD mit u.a. 5 Kompositionen von Jan Klare), im Herbst 2006 konzipierte er zur Eröffnung eines Lichtkunstfestivals ein Stück für 150 Musiker, Feuerwerk und Kirchenglocken, das open air vor 3000 Zuschauern aufgeführt wurde.

präsentiert von Mark Wohlrab (copyright), www.jazz-photo.com

Von 2000 - 2004 führte Jan Klare im Domicil bereits den »Real Book Zyklus« durch, in dem das »Real Book«, eine Stücksammling von ca. 500 Jazzkompositionen, von A-Z durchgespielt wurde - daraus entstand die CD »ja to zz« .

»The Dorf« ist nun eine konsequente Fortführung des eingeschlagenen Weges - die Formierung einer Szene, das Arbeiten an einem authentischen, ureigenen Sound, die Ambition nach aussen auf internationale Festivals.

Foto Uwe Geitner

Pressestimmen

Und immer wieder ein anders klingendes »Jalalala«. . .

Wegen der verstopften A 40 hätten die Trompeter beinahe etwas verpasst: Dieses herrliche Jalalala. Die A 40 mal wieder dicht, das Orchestra beginnt die Probe ohne die Trompeten. Also hätten Lars Kuklinski und John Dennis Renken beinahe etwas verpasst. Dieses herrliche Jalalala, das die Bigband in einen Gesangverein verwandelt. In Jan Klares "Off domicil Orchestra" ist so ziemlich alles möglich. Da kichert das Cello. Da knurrt der Percussionist wie ein zorniger Hund. Da verwandelt die Ud das Stück " Story-telling" in ein orientalisches Märchen. Dass plötzlich das ganze Orchester zu singen anhebt - wen überrascht das noch!

Die Trompeter kommen auch noch zu Wort. Denn was hier im Clubraum des »domicil« nachmittags beginnt und am späten Abend endet, ist der zweite Projekttag, zu dem der Jazz Composer, Bandleader und Saxofonist Jan Klare aus Münster ausgewählte Musiker eingeladen hat. Das Musikertreffen besteht aus drei Elementen: der Probe (es gibt wirklich nur diese eine gemeinsame), einem Abendessen und dem öffentlichen Konzert. In dieser Reihenfolge, trifft sich das »working orchestra« an jedem dritten Donnerstag im Monat. Diesmal hat Klare seine Musiker auf großflächige Stücke vorbereitet. Allein »Ahead or Behind«, der letzte Titel vor der Zugabe, dauert 21 Minuten. Er mündet, breitschwellig und schön knochig, in ein schier endloses Crescendo.

Auch Begriffe wie »Hypnose« und »Trance« hat Klare im Kopf gehabt. Aus dem Abstand eines Tages befindet er aber, dieser Abend sei wohl auch eine »Reminiszenz an den Kraut-Jazz der 80er Jahre« gewesen. Auf jeden Fall zeitgenössisch, multistilistisch. Das mit dem gemeinsamen Essen ist Klare durchaus heilig. »Es ist unser sozialer Treffpunkt. Das ist entscheidend für das Bandgefühl.« Er erinnert an die legendäre Musiker-Kommune des »Sun Ra Archestra«. Immerhin hat er selbst 17 Leute zu bändigen - bei Chili con und sin carne.

Jedes Mal klingt es ein wenig anders.

Das Stück mit dem Jalalala erklingt an diesem Tag mehrfach. In der Probe, erst ohne, dann mit den Trompetern. Im Konzert riskiert Klare nach drei, vier Takten einen Neustart, bei dem er noch einmal richtig Tempo zulegt und die Komposition (es sind fast alles Stücke aus seinem Musikcomputer) jagen lässt wie eine Maschine; schließlich heißt es »Technoid«. Dann hören wir es noch einmal - als Zugabe. Und siehe da, jedes Mal klingt es ein wenig anders.

Wie das »Off domicil Orchestra« in ein, zwei Jahren klingen wird? Klare kann das nicht voraussagen. Aber dass aus dem losen Musikerhaufen eine feste Combo werde, das wünscht er sich schon. Sorge, dass ihm das neue Projekt über den Kopf wächst? Da erinnert er sich an seine Band »Supernova«. Die war auf der Erfolgsspur. Nur, viel Arbeit gemacht hat das damals auch.

22.12.2006 Von Rainer Wanzelius

Jazz schneller als Blitz und Donner

«Es gibt bei dem Stück keine Solisten, obwohl es Jazz ist!» sagt Jan Klare beii der Vorstellung der nächsten Komposition. Wenn es noch einen Beweis für die Vielseitigkeit dieser Musikrichtung bedurft hatte, dann hat ihn Klare mit diesem Ensemble im Landesmuseum geliefert. Das «Off Domicil Orchester» unter Leitung des münsterschen Saxofonisten streifte beinah alle Stile des 20. Jahrhunderts.

Seit einem Jahr versammelt der Bandleader im Dortmunder Jazzclub Domicil monatlich rund 20 Musiker zu einer dreistündigen Probe. Nach einem Essen findet am selben Abend bereits das Konzert statt. Diese Abfolge wurde auch im Westfälischen Landesmuseum eingehalten. Noch bevor der erste Ton erklingt,ist klar: Das «Off Domicil Orchester» ist keine herkömmliche Big Band. Da gesellen sich zu der Brass Section Geige und Cello, genauso wie eine doppelt besetzte Rhythmusgruppe; Schlagzeuger, Bassisten, Gitarristen. Und diese leistet ganze Arbeit! Polyrhythmisch schlägt es eckig gegeneinander, ein brodelndes Geflecht aus verschobenen Zeiteinheiten bildet den Auftakt für tranceartige Klangerlebnisse. Die Bläser legen getragene Linien über dieses Gewirr, aus dem elektronischen Instrumenatrium werden Samples eingespielt, die Sounds liegen wie Schichten übereinander und die Klänge wandern im Kreis.

Als Zuhörer muss man auf alles gefasst sein. Der musikalische Raum wird geöffnet und schlagartig verdichtet. Die Stimmungen wechseln schneller als Biltz und Donner. Klares Kompositionen eröffnen den großorchestralen Stilmix. Die Exkursionen machen Halt bei Free Jazz und Trash Metal, Club Sounds und Jazzrock, Ethnoelemnete treffen auf Anleihen beim Dadaismus. Die alles zusammenhaltende Klammer ist die atmosphärische Dichte, die allen Stücken gemein ist. Sie ist Resultat des Konzepts von Jan Klare. Innerhalb der Struktur verlangt der Strippenzieher den zumeist jungen Mitgliedern des Ensembles jene Freiheit und Spontanität ab, die diese mit beeindruckender Individualität beantworten. Neben einer CD EInspielung plant das «Off Domicil Orchester» weitere Auftritte außerhalb Dortmunds. Münster wartet jetzt schon!

WN 27.11.07

Jan Klare backt keine kleinen Brötchen

Beim Westfälischen Kunstverein in Münsters Landesmuseum wurde das Publikum am Freitag Abend Zeuge eines abenteuerlichen Streifzugs durch die Randbereiche des modernen Jazz. Das Off-Domicil-Orchestra bot unter der Leitung von Jan Klare eine in allen Beziehungen einmalige Vorstellung.

Eine unüberschaubare Anzahl von Instrumenten und Gerätschaften war aufgebaut, um die Visionen Klares in Klang umzusetzen. Die Marschrichtung war von Anfang an klar: Kleine Brötchen werden woanders gebacken. Kompromisslos der Einstieg, mächtig im Sound und ungeheuer vielschichtig. Störgeräusche aus dem Synthesizer, sphärische Klänge, aus denen sich langsam eine Harmonie herausbildet, ozeanische Klangtiefen. Dann wieder ein bedrohliches Bassthema, Stimmengragmente im Hintergrund, beklemmende Spannung.

Im nächsten Stück hingegen eine funky gitarre, treibende Drums und ein unerbittlich groovender Bass. Man weiß nie, was als nächstes kommt. Die Stücke bewegen sich auf und nieder, von absoluter Ekstase bis zu Momenten fast totaler Stille. Manche entfalten scih schier endlos, hängen in der Luft, irren scheinbar ziellos umher, Melodien werden angedeutet, nur um direkt wieder demontiert zu werden. Sinfonische Weichheit, Klassischer Jazz und Momente von hymnischem Pop stehen neben kakophonischgem Lärm, atemlosen drumsolos und wuchtigen Heavy Metal Riffs. Und immer wieder die nicht enden wollenden Crescendi, minutenlange Steigerung bis zum Siedepunkt und darüber hinaus. Klare beansprucht sein Publikum, fordert es heraus. Der Abend stehet im Zeichen von organisiertem Chaos, wilder und ungezähmter Spielfreude und dem unüberwindbaren Drang, Konventionen über den Haufen zu werfen. Ein einmaliges Erlebnis – extensiv, exzessiv, ekstatisch.

MZ Johannes Wallat, 27.11.07

..vom off domicil orchester,

einer 20-köpfigen Ruhrgebietsbigband unter der Leitung von Saxofonist Jan Klare, das mit anarchischem Charme die Gehörgänge frei pustete,...

Jazzthetik 03.08. C. Giese

Der Münsteraner Jan Klare ist auch so ein Umtriebiger, der nie vom BA-Radar erfasst wurde,

nicht mit Das Böse Ding, nicht mit 1000, dem Quartett mit Maris, de Joode & Vatcher, nicht mit Klan Jare. Mit Tobi Lessnow am Schlagzeug und den beiden Keyboardern Oliver Siegel und Martin Scholz ist da schon der harte Kern zusammen, der auch in THE DORF (LR 523 + video) steckt. Das ist eine Bigband, die seit 2006 allmonatlich im Dortmunder Domicil unter Klares Fuchtel als eine Art La Banda des Ruhrgebiets Jazzrock spielt, schwer bestückt mit Doppelschlagzeug, dreifach Bass und Keyboards, vierfach Gitarre und jede Menge Gebläse. Die Hauptagenda der XXL-Formation ist mehr noch als beim eklektischeren Vorläufer Supernova ein Brummi-Drive, mit einigen V-Effekten. »Miniatures« besteht sogar nur aus V-Effekten, aus Ho!- & Ha!-»Störungen«, die mehrmals zum Vollbremsen nötigen. The Dorf klingt kein bisschen wie vom Dorf, vielmehr so »technoid«, »blast« und »torn«, wie es diese Titel versprechen. Selbst wenn eine Blasmusikkapelle vom Dorf - das Ruhrgebiet ist ja deutsches Brassed Off-Gebiet - als Ahne fungierte und kraut-jazzige Doldingerei als Kick, die Kirche im Dorf zu lassen, dann ist der Nachfahre durch und durch urbanisiert und dynamisiert. Das viertelstündige Video zeigt The Dorf im Domicil, mit - wechselnde Besetzungen sind obligatorisch - Moo Lohkenn an Vocals, mit Strings und doppelt Electronics. Den Hauptpart bildet eine getragene Tenorsaxlinie, den Zieleinlauf bestimmen furiose Gitarren, aber über allem herrscht wieder ein bestechender Groove und ein Konzertmeister, dessen beige Hose zwar besser zu einem evangelischen Laienchor passen würde, auf dessen Blatt jedoch nichts als begeisternde Jatzmusik steht. Denn gespielt wird vom Blatt, offenbar feuerfestem, denn die Brandgefahr ist bei diesen Noten enorm.

[BA 60 rbd] 26.10.08

Bad Alchemy Rigobert Dittmann

To quote the sleeve of this 45-minute album (plus a 15-minute video bonus track), »The Dorf is a very large band that plays monthly at the jazz club Domicil in Dortmund in Germany. The orchestra is led by Jan Klare, who writes the music for the band.« Perhaps »very large« is the operative phrase here: the band's sound is hard and hefty, packing a massive punch in ensemble passages and able to duplicate most instruments, so that, for instance, slashing, clanging electric guitar chords continue to sound even when a wild, heady electric guitar solo is being played. Klares material is relatively straightforward, consisting of uncomplicated themes with heavy, pronounced, rock-style beats. There are occasional quieter moments where compositions slowly emerge from drone effects or the horns commune softly with themselves, but for the most part a riff is stated, a pleasantly galumphing beat established, and the band simply rocks solidly for the duration of the piece. Klare has a pool of around 30 musicians, apparently, from whom 15–20 constitute the band on particular nights, so there is a fresh informality to much of his music, and the enthusiasm of the participants (mostly young, from the evidence of the video) is infectious, and faithfully reproduced on this thoroughly unpretentious, enjoyably lively album.

Jazz Review 12/08 Brian Morton

Was die trocken The Dorf genannte Ruhrgebiets-Allstar-Combo

unter Leitung von Jan Klare auf ihrem Erstling präsentiert, klingt wie Duke Ellington auf Speed trifft Thrash Metal, garniert mit Free Jazz. Kein Wunder angesichts von 4 Gitarren sowie Drums, Keys und Bässen im Dreier­pack sowie sonstigen Klang­erzeugern. Grandios opulen­ter Bombast-Jazz, der schärfste Big-Band-Sound seit Gil Evans selig und der Hammer für jedes Festival.

Sven Thielmann, Stereoplay 01.09

The Dorf kreeg op de voorlaatste avond de ondankbare taak Greetje Kauffeld op te volgen.

De twintig mans bigband deed dat met een oorverdovend volume. Of dat nodig was? Volgens leider Jan Klare wel: dat volume maakte deel uit van het concept van de band. Hoe het ook zij, als Gustav Mahler nog had geleefd, had hij met het symfonisch materiaal van The Dorf best iets gekund. In deze orkaan van geweld doken soms The Mothers of Invention van Frank Zappa op, die werden opgevangen door de klanken van één viool. En solo's van twee ontketende drummers met daaroverheen de klanken van een cello, het lijkt op een nieuwe big-bandschets.

Stranger than Paranoia, Tilburg NL 01/09 Rinus van der Heijden

In Dortmund komt elke maand een grote pool van muzikanten bijeen in de jazzclub Domicil.

In juni 2007 dook een bezetting van 22 van hen de studio in, en het resultaat is nu te horen op deze eerste cd van The Dorf. Veel saxofoons, keyboards, gitaren en twee drummers. Leider, componist en dirigent van het orkest is saxofonist Jan Klare, bekend van Das Böse Ding, en allerlei projecten met gitarist Jacques Palinckx. Vanaf het eerste nummer, »Ouverture« dendert de band uit de speakers, en doet dan denken aan de legendarische Groningse band Kleg uit de jaren tachtig. Het klankideaal is veel meer rock dan jazz, en The Dorf moet het ook zeker niet van subtiliteit hebben. Ritmisch sterk, rauw en vol energie, dat zijn de steekwoorden. Wie de cd in de computer doet, kan ook nog genieten van een video-opname van een kwartier. Ondanks het soms wat onbeholpen camerawerk krijg je dan wel een goed idee hoe de band op het podium functioneert. Toch maar eens gaan kijken, daar in het Roergebied.

(Herman te Loo, Jazzflits NL)

The Dorf, een 20-koppige bigband

met een uitzonderlijke bezetting onder leiding van Jan Klare, verzorgde het slot van deze avond. Hoezo uitzonderlijk hoor ik u denken? Wel, wat te denken van: zang, trompet, altsax, tenorsaxen (2x), bassax, viool, cello, keys, gitaar (3x), percussie, electronics (2x), bas en drums (2x). De band speelt maandelijks in jazzclub Domicil in Dortmund. Onder Klare's leiding klonk de band als een ruwe bolster met blanke pit, stevig, gepassioneerd, kortom vet! Klare schreef veel uit, maar liet ook ruimte voor individuele improvisaties. Soms deed het idioom denken aan Sun Ra, maar het bleef toch vooral de geest van inspirator Klare die rondwaarde in de muziek.

Met zo'n bezetting zijn er natuurlijk genoeg mogelijkheden om interessante klankschakeringen te ontwerpen. Zo hoorden we fraai introspel in 'Now' van violist Martin Verborg en percussionist Achim Kämper. Deze laatste had een bonte verzameling ingeblikte geluiden tot zijn beschikking, die hij raak wist in te zetten. Klare's gebaren en zijn door enthousiasme gedreven bewegingen inspireerden de band. Al sloeg de schrik je wel eens om het hart als hij al doende bijna van zijn verhoging kukelde. Veel van het gespeelde materiaal leende zich om je er beelden bij voor te stellen. Filmische muziek en dat zeker in het laatste stuk 'Bla'. Hieraan zouden videokunstenaars hun hartje kunnen ophalen. Ze moeten dan wel resistent zijn tegen de flinke decibelwaarden die af en toe voorbijkwamen. Dus de watjes onder hen steken die liever in de oren. Een pittig slot van een gevarieerde concertavond!

cees van veen, drai om je ooren

Um ein Kind großzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf,

sagt ein altes Sprichwort Bei Jan Klare verhält es sich ein wenig anders, denn sein Kind ist das Dorf. THE Dorf genauer gesagt, dessen Einwohnerzahl immer ein wenig zwischen 15 und 20 fluktuiert.

Das Kind macht sich.

Doppelt besetzt

Ein Dorf entsteht nicht aus dem Nichts. In Jan Klares Fall entstand es aus dem Großensemble Supernova, dass der Münsteraner im Jahr 2000 mit Schlagzeuger Peter Eisold gründete. Das waren l5 Leute, die zusammen diverse Gigs und eine CD schafften. Mit der Zeit wurde das Projekt allerdings zu anstrengend und auch zu divergent, so dass die Supernova erlosch »Obwohl ich jetzt sogar noch mehr Leute am Start habe, ist alles unkomplizierter und organsicher«, so Klare. »Das hat vermutlich weniger damit zu tun, dass ich allein verantwortlich bin, weil Peter und ich uns sehr gut vertragen haben. Ich denke. es ist wesentlich entscheidender, dass The Dorf mehr ein Pool von Musikern als eine feste Band ist.« Die nicht festgelegte Besetzung probt auch nicht im eigentlichen Sinne, sondern trifft sich nachmittags vor dem regelma8igen monatlichen Gig im Dortmunder domicil. »Als Pool ist das einfach: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. So ist die Band für ihre Größe relativ unkompliziert zu handhaben«, meint Klare, der hier auch den Grund dafür sieht, dass die Musik im Vergleich zu Supernova etwas simpler geworden ist. Was durchaus praktischen Nutzen hat: Für The Dorf beschrankt sich Jan Klare auf mehrere Stimmen, die er nicht von Vornherein für Altsax, Flöte, Trompete etc. konzipiert und festlegt, sondern lässt die Melodien und Grooves sich zu Flachen verweben »Ich bringe die Melodien in C-Stimme, in Bb- und Eb-Stimme mit, damit ich variabel besetzen kann. Bis jetzt waren wir aber auch nie weniger als l3 oder l4 Musiker. Wir haben immer genug Spieler!«

Region und Kollektiv

Bestimmte Stücke kennen ausnahmslos alle Musiker inzwischen aus jeder stimmlichen Perspektive. Wenn dann. einige Instrumente doppelt besetzt sind, die man sonst nur einfach in Bands findet - Bass und Schlagzeug etwa -, wird es für die Musiker besonders spannend. »So etwas verändert die Musik natürlich total«, erläutert der Bandleader. »Vor allem, wenn die Rhythmusgruppe doppelt besetzt ist, dann wird es im kleinen domicil brettlaut, das lasst der Videoclip gar nicht so erahnen.«(Der Clip befindet sich als Enhanced-Feature auf Klares neuer CD).

Fragt man Jan Klare nach dem recht griffigen Namen seiner GroDformation - mit Das Böse Ding und Jake Playmo betreibt er bereits zwei andere Formationen mit gleich hohem Merkfaktor im Namen -, kommt eine längere Geschichte zum Vorschein. The Dorf hieß früher nämlich Off Domicil Orchester, weil es an das Dortmunder domicil angebunden war und dort Sachen vermitteln sollte, die sonst im domicil nicht stattfanden. »Ich fand den Namen dann irgendwann zu sperrig«, sagt Jan Klare.»The Dorf kam aus Supernova-Zeiten. Da sagten wir auch schon, dass das keine Band, sondern ein Dorf sei: ziemlich heterogen, mit Leuten, die sonst nie miteinander spielen würden. Auch wenn die Grundstimmung gut ist, hat man immer Leute in der Band, die nicht unbedingt miteinander spielen würden. Die Band ist jetzt wie ein offener Dorfplatz, auf den die Menschen kommen, die gerade da sind, und es passiert, was so passiert. Deshalb fand ich den Namen für das doch regionale Projekt passend. Es ist nicht so, dass sich jeder den anderen ausgesucht hat, es ist ein soziales Unternehmen, denn wir essen auch immer zusammen. Zu sagen, dass wir ein Kollektiv sind, wäre allerdings zu hoch gegriffen. Reste der 68er vielleicht?«

In Formation

Für die Arbeit am kollektiven Sound wurde Jan Klare stark von der holländischen Szene beeinflusst: »Wenn man da in Platten reinhört, gibt es oft ein verbindendes Klangbild. Das ist hierzulande noch nicht so ausgeprägt, es gibt eher regionale Klangbilder wie Berlin oder den Ruhrpott. Hierüber herrscht Konsens im Dorf, wie auch die Ideen, Was damit anzustellen sei, gemeinsam getragen werden, da diese Parameter weit über die geschriebenen Parts hinausgehen. Viele der Musiker haben ihre eigenen Konzertreihen, finden es aber trotzdem spannend, in so einer GroBformation wahrgenommen zu werden. Für Einzelkämpfer im Jazzmarkt ist es schwer«, weiß Klare. »Die Szenerie promotet immer wieder neue, blutjunge Gesichter, da hat man es als einzelner Spieler und Saxofonist schwer. Irgendwann bist du mit dem Thema durch, und dann müssen andere Strukturen greifen.« Dieser Einsicht folgend, verzichtet Jan Klare beim Dorf darauf, selbst zu spielen, und konzentriert sich neben dem Schreiben aufs Dirigieren - ein wichtiger Part, um Linien in die Musik zu bekommen und Ablaufe zu koordinieren »Die Übersicht über den Sound ist nicht zu gewährleisten, wenn du mittendrin stehst. Wenn man selber spielt, bekommt man höchstens die Hälfte von all dem mit, Was gerade in der Band passiert. Weil wir keine feste Band sind, vermindert das Dirigieren den Stress, weil die Spieler sich in die Musik fallen lassen können und sich an mir orientieren. Natürlich spiele total gerne; in kleineren Bands bist du der Kopf, der Komponist und noch derjenige, der die Gage mit dem Veranstalter aushandelt. Manchmal glaube ich, dass ich als Sideman wesentlich relaxter und manchmal auch besser spiele.« Aber letztlich habe er als Dirigent mehr Einfluss auf die Musik, lacht Jan Klare und erzählt, dass er eine Zeit lang auch das Pseudonym Robot von Klarajan benutzt habe. »Eigentlich wollte ich mit Tambourmajorstab dirigieren oder im Frack. Das ist auch mal ganz nett, aber nur eine Spielerei am Rande.« Und bei The Dorf geht es schließlich ums Ganze.

Von Angela Ballhorn Jazzthetik O3.O9

Una volta al mese un gruppo nutrito di musicisti

(di solito sul palco sono una ventina, ma il giro dal quale attingono è ben più ampio) si ritrova per provare, cenare e suonare in un club di Dortmund che si chiama 'Domicil.'

Sono guidati dall'arrangiatore tedesco Jan Klare e la Leo Records ha deciso di offrire loro una occasione importante per farsi conoscere, con la pubblicazione di questo album che comprende otto composizioni, tutte firmate da Klare. Sette sono presentate nella tradizionale forma audio, mentre l'ottava è presente nel CD come traccia video mpeg che può essere vista sul computer.

L'atmosfera è più quella delle formazioni allargate di Don Ellis, di Frank Zappa o dei Centipede di Keith Tippett che non quella delle big band jazzistiche tradizionali. Semmai qualche punto di contatto può essere trovato con le ultime formazioni di Gil Evans, quando la componente elettrica aveva preso decisamente il sopravvento. L'energia è spesso quella del rock e gli stilemi del jazz sono piuttosto lontani, presenti in qualche modo negli assoli dei fiati e nella tessitura orchestrale. Non mancano escursioni in territori assolutamente liberi, divagazioni che sfiorano la musica colta contemporanea.

Klare è un saxofonista ormai quasi cinquantenne, con alle spalle varie attività musicali che lo hanno visto coinvolto nella produzione del poco noto gruppo jazz-folk Gandalin. Nel 1987 Klare si è trasferito in Inghilterra e ha collaborato fra gli altri con Harry Beckett. Dal 1990 è tornato sul continente, lavorando ad Amsterdam e in Germania, dove ha collaborato anche con l'orchestra della radio WDR. In questo album si occupa solo della conduzione ("movimento dell'aria" lo chiama nei credits di copertina) e lascia le incombenze strumentali ai suoi musicisti.

'The Dorf' dimostrano di essere molto coesi e appassionati e la musica di questo album è davvero molto interessante, con ottimi assoli e un grande senso dell'ensemble. La presenza contemporanea di ben quattro chitarre e tre tastiere è una indicazione precisa di come il linguaggio sia modernissimo e attuale. Però non mancano tuba e violoncello, a ricordarci che la musica può avere colori e timbriche alternative a quelle solite che si ritrovano nel 98 per cento delle produzioni.

Dalle immagini del bel filmato che chiude il CD si può notare come buona parte dei musicisti impegnati siano molto giovani. L'avevamo già capito dalla musica che si ascolta nei sette brani precedenti. Precisiamo che dal nostro punto di vista questa è una variabile assolutamente positiva. Sono giovani, sono pieni di grinta e di passione ma sono anche competenti e scaltri. Cosa volere di più?
Valutazione: 4 stelle
Stile: Beyond Jazz

Maurizio Comandini, All about Jazz Italia

english text

»The Dorf« is a very large band, that plays monthly in the Dortmund jazzclub domicil (germany) lead by Jan Klare. Since novembre 2006 between 15 - 20 musicians, out of a pool of about 30 players, come together to rehearse and play a concert in the evening. The pieces are all written by composer and saxofonist Jan Klare, who conducts the orchestra under the pseudonym »robot von klararjan«.

Klare is wellknown in germany as a composer and bandleader. He colead »Supernova« (a 15 pieceband) from 2000 – 2003, which got invited to play on international festivals - his pieces were a.o. recorded by the WDR radio Big Band.

The Dorf takes all this one step further – ist heavy, raw and a lot of fun.


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