
Nach der erfolgreichen Premiere von Jerry Cotton versus Das böse Ding saßen an einem Tisch in einer Kneipe in Münster Han Buhrs, die Brüder Bert und Jacques Palinckx sowie Jan und Jörn Klare. Die Themen waren Musik, deutsch-holländische Vorurteile und Fußball. Und dann war sie da unsere Idee zu einer Fußballoper, für die nur ein Spiel in Frage kommt: Das WM Finale 1974 zwischen Deutschland und den Niederlanden.
Das Ziel ist die musikalische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Fußball, die Suche nach der musikalischen Entsprechung für Konter, Doppelpaß, Elfmeter . . . und letztendlich der Versuch einer Revanche auf musikalischem Gebiet. Ausgangsmaterial für die Arbeit sind Nationalhymnen und Fangesänge und ein Libretto, das über die Bearbeitung von Originalkommentaren und -interviews zu fiktiven Dialogen und inneren Monologen führt. Die Chronologie ist klar. Zweimal 45 Minuten auf der Basis des Spielprotokoll.
Zwei Musik-Mannschaften auf einer Bühne spielen mit und gegeneinander.
Auf der einen Seite stehen in ihren Oranjehemden Han Buhrs, Bert Palinckx und Jacques Palinckx alias Cruyff, Neeskens, Haan . . .
Ihnen gegenüber, in den Schwarz, Rot, Goldenen Trikots auf weißem Grund die Herren Spin, Eisold, Klare und Scholz alias Beckenbauer, Vogts, Müller .
Dazwischen drei Frauen - der Chor - "die Fans" und die Stimmen einzelner Spieler.
Der Abend spielt mit den Ritualen des Fußballs wie der Mannschaftsaufstellung, dem Tausch der Wimpel, der Interpretation der Nationalhymnen, durch die obengenannten Herren, auch bekannt als die holländische Band Palinckx und das deutsche dream team Allemaniax und den drei Damen.
Was folgt ist ein Duell - nachbarschaftlich, sportlich fair und voller mieser Tricks.
Mittendrin und überall der Schiedsrichter alias Mr. Taylor. Der "Mann in Schwarz" leitet die Begegnung, moderiert die Auseinandersetzung. Es geht um nichts anderes als um die Wahrheit des Fußballs und die Gunst des Publikums.
Zweimal 45 Minuten. 15 Minuten Pause. Viel Musik.
Palinckx: eine Reise von Imbiss zum Museum und über's Kino wieder zurück. Da zieht kein Humtata vorbei, sondern feuchtfrölige Liedschen, gerade angemalte pappmaché Kulissen, ohne genaues Ende oder Anfang, winzige Plappergeschichten, ein Festwagen met einen Platten, un dann - doch noch ziemlich plötzlich: ein schwerhörendes Epos. Und hör da: eine aus ihren Grundfesten gerissene Ode aan ehemalige Musik, die damals knochenhart gemeint war, aber mitterweile angefangen hat zu erschüttern....
Erschüttern will Palinckx.
Free Link Contemporary - Frontal Doubt rock - Situation Music - Neo Dub Swing - Swindle Swing - Traditional Sabotage Metal - Smirk Folklore - If-there-was-a-way-to-say-it-we-wouldn't-play-it' Pop' - Insecurity-meets-the-fat-man' Funk
Eigens für dieses einmalige Event stellte Jan Klare eine hochkarätige Top-Auswahl, eine absolute A-Mannschaft zusammen, die die deutsche Musiklandschaft würdig vertreten wird. In der Sturmspitze: Herr Spin, "Münsters grosser Entertainer" (Ultimo), eine der grossen Hoffnungen der deutschen Pop-Szene, als Mittelfeld-Regisseur und Mannschaftskapitän Herr Klare selber, umtriebig in mannigfaltigen Projekten des zeitgenössischen Jazz, ( diesjährig erschien eine CD der WDR BigBand mit Kompositionen desselben), als Antreiber und Arbeitstier P.E. Eisold, Schlagzeuger und Experimentator in Formationen wie Blue Box, Toytones, Helge Schneider BigBand u.v.a., und last but not least Martin Scholz, der als Tastenvirtuose an der "Schweine-Orgel" die harmonischen Räume eng und den Holländern das Leben schwer machen wird.
Gefördert von - Kulturamt der Stadt Münster, Stiftung Kunst u. Kultur NRW, Euregio, Königlich Niederländische Botschaft, Ministerie van OC en W, Provincie Noord-Brabant, Haus der Niederlande, Firma Brück