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jan klare
Das boese ding

projekte: das böse ding

"das böse ding - purple in jazz"

Was ist Jazz? Das Böse Ding gibt keine Antworten, es stellt die richtigen Fragen. Unkonventionell kommt der Sound dieser Band daher. Die Quartettformation des Saxophonisten Jan Klare entfacht ein krachendes, schillerndes Inferno zwischen Acid-Free-Form, Kraut-Roots und Postrock. Das aktuelle Programm »jake playmo my favorite toys« ist ein echter Trip in deep trance rock. Vorsicht Treibsand, möchte man dem geneigten Hörer zurufen. Zu spät, schon ist er im Sog der Bläser-Lines, der Adrenalin treibenden Orgelsounds, der straighten Drums, der verrückten Bassgitarren-Grooves und der Ding-Stimmen ins Paralleluniversum getrudelt.

2003 feierte »Das Böse Ding sein zehnjähriges Bandjubiläum« und ist seitdem kein bisschen leiser geworden. Saxophonist Jan Klare, Organist Martin Scholz, Hartmut Kracht am Bass und der Schlagzeuger Wolfgang Ekholt bilden dieses Quartett, von dem die Londoner Zeitschrift »Time Out« meint: »a brilliant mixture of quirky, Dolphy -inspired blues, delicate, modern compositions and virtuoso high energy blow-outs.«

Kaum gegründet gewinnt die Band 1994 schon den Ruhrgebiets Wettbewerb »Dortmunder Jazzmatch« und das Titelstück ihrer Debüt CD »Das Böse Ding« wird zum Bandnamen. Es folgen die CDs »Cleanhappydirty« (1996), »Germ Germ« (1998), 2000 eine CD-Produktion und Konzerte zusammen mit der WDR Big Band und 2001 »Jerry Cotton versus Das Böse Ding«, ein akustischer Comic mit 3 Sprechern.

2003 tritt der Organist und Keyboarder Martin Scholz an die Stelle des Vibraphonisten Tom Lorenz und fügt dem Quartett eine neue Klangcharakteristik hinzu. In den letzten elf Jahren hat sich die Band immer weiter entwickelt. Sie integriert improvisierte Musik, experimentiert mit Punkelementen und erweitert das Instrumentarium um Bassgitarre, Keyboard, Sampler und jede Menge Toys und Elektronik. Der Sound ist vom musikalischen Geist der kosmisch rockenden 70er Jahre, von Formationen wie Can, King Crimson, Art Bears und nicht zuletzt Deep Purple angeregt. Das aktuelle Programm ist aber kein 70ies-Projekt. Idiome werden gebrochen, Sounds durcheinandergewirbelt und Rhythmen geschichtet. Das Böse Ding sind vier Musiker, die böse Fragen zum Jazz stellen und so ihren eigenen Stil entwickeln. Von Retro keine Spur.

ausgewählte Aktivitäten

Dokumentiert ist die Arbeit der Gruppe außerdem durch Produktionen für den WDR,HR, Radio Bremen und Deutschlandfunk.

Konzert im Katakombentheater

Nein, schlimme Jungs sind sie beileibe nicht. Auch wenn das Quartett Das Böse Ding im Konzert im Katakombentheater aus vier Kehlen gleichzeitig Wir sind böse herausbrüllt. Das ist eher augenzwinkernd gemeint - wie die Musik der inzwischen schon 14 Jahre existierenden Band insgesamt.

Und sie, die Musik, ist alles mögliche: Art-Rock, Punk-Jazz, Soul. Alles Etikettierungen, die Jan Klare und seine drei Mitstreiter wenig jucken. Sie spielen, was Spaß macht, stemmen sich erfolgreich gegen jede Genreschublade, kombinieren flächige Orgelsalven vom Essener Tastenwizzard Martin Scholz mit knackigen Drumbeats von Wolfgang Ekholt und angerockten, bulligen Bassgitarrenschüben vom zweiten Essener in der Band, Hartmut Kracht.

Dazu lässt der Münsteraner Jan Klare sein Altsaxophon juchzen, schreien, kraftvoll improvisieren. Dass sich dieser positiv wahnsinnige Vierer minutenlang gemütlich in süffiger Soulmusik ergeht, um dann urplötzlich das Tempo anzuziehen und die Kraft des Punks durch den Song zu jagen, dass sich Martin Scholz zu schweinisch treibenden Orgelorgien hinreissen lässt, die Bassgitarre von Kracht nur so kracht, alle vier eigentlich richtig genüsslich und ohne Beschränkung musizieren, all das macht Das Böse Ding böse, nein, wirklich liebenswert und zu einem klischeefreien und grenzen ignorierenden Hörvergnügen. Egal, wie man diiese Höllenmusik nun nennen möchte.

(C. Giese, NRZ 30.5.07)

WDR Big Band & Das Böse Ding

"Sowohl der mitunter sprühende musikalische Witz von Jan Klare als auch das coole Understatement von Eckard Koltermann harmonierten bemerkenswert mit der Routine einer der renommiertesten Big- Bands Europas. Langanhaltender Applaus begleitete die Musiker zur letzten Aufführung im Stadtgarten Köln." (WN Kulturelles Leben 4.12.00) "Wie kreativ, experimentell, bunt schillernd Jazz sein kann, durften eingeschworene Fans dieser Musikrichtung in Münster's Aasee Aula erleben. ...Jan Klare, meisterhaft improvisierend mit seinem Instrument verschmolzen,... Eckard Koltermann, dessen Kunstfertigkeit auf der Bassklarinette den Atem anhalten ließ. Mutig, farbig,Klasse."

(Magdalene Saal, MZ 5.12.00)

"Einer der derzeit herausragendsten Musiker der NRW-Szene ist fraglos Jan Klare, saxofonist und Komponist von "Das Böse Ding". Die Musiker schienen die rockig angehauchten Kompositionen Klare's zu lieben - boten sie ihnen doch nicht nur unkonventionelles Repertoire, sondern auch Möglichkeiten zu solistischer Aktion.... Das Programm wirkt absolut zeitgemäß: Es ist junge Musik, die nichts von der hemdsärmeligen Routine mancher Unterhaltungsorchester an sich hat...- nicht weniger musikalisch eigenständig, als man es von typischen Solisten-Ensembles wie dem Vienna Art Orchestra oder dem Gil Evans Orchestra her kennt.

A. Kolb Neue Musikzeitung 2/2001

"Das Böse Ding", einer der frechsten, aber dabei komplexesten Bands der deutschen Szene"

B. Klostermann, fono forum

Mit einem brachialen Schrei geht's gleich in die Vollen und "First Stereo" groovt los, dass es nur so staubt. Klare, Scholz, Kracht und Ekholt bleiben der Devise muskelbepackter Vorwärtsbewegung treu, schaffen mit "purple jazz" ein infernalisches post-rockiges, post-jazziges, post-punkiges Vexierspiel zwiscxhen allen möglichen Stühlen aller möglichen Raum-Zeit-Inkontinenzen. Die "Manic Depression" legt's dabei eindeutig auf Ansteckung an. "Oh Lord"! Mit der Orgel von Martin Scholz , die an die Stelle von Tom Lorenz's Vibraphon getreten ist, hat sich zwar die Klangcharakteristik des Bösen Dings deutlich verändert, nicht jedoch der intelligent gegen jegliche Vereinnahmung musikalischer Bewegungslust revioltierende Grundansatz der Band, die ihre Sozialisation im Rock der 70er nicht verleugnet, deren Energie jedoch ohne irgendwelche nostalgischen Verbrämungen in die eigene Musik-Mixtur einbringt, die wiederum in anarchischer Lust natürlich auch dem "shape of jazz that was" und in "Bad Giant" dessen Allerheiligsten einen recht heftigen - durchaus respektvollen - Tritt in den Allerwertesten versetzt. Bewegt euch, Leute! Wohin genau es geht, ist erst mal wurscht. Hauptsache es macht Spaß

Tobias Böcker, jazzpodium 10/04

Gar nicht so böse......sondern recht liebenswürdig sind die vier Knaben der Münsteraner Formation "Das Böse Ding". Seit zehn Jahren beglücken sie landauf-landab erwartungsfrohe Konzertbesucher mit ihrer diabolischen Botschaft. Doch wer denkt, der Antichrist persönlich erscheine bei jedem Konzert der Band in musikalisches Gewand gehüllt, der irrt. Selbstironisch gebärden sich die Musiker und lassen durchblicken, daß ihnen der Spaß am genrefreien Musizieren wichtiger ist als ein bedeutungsüberladener musikalischer Kontext. Die gentilen Jungs mit Hang zur Expressivität haben sich der freien Improvisation verschrieben. Sie bedienen sich einer großen Bandbreite musikalischer Stilistiken und achten dabei weder auf korrekte Bedienung des Instrumentariums noch auf den Geschmack der Jazzheilsarmee. Vielmehr konzentrieren sie sich auf die ordnungsgemäße Einhaltung ihres anarchistischen Grundsatzes: Spiele nur das, was Dir selbst am erquicklichsten ist!Schon zu Beginn des Hexentanzes wird das Publikum gebeten, dem "Bösen Ding" ein wenig unter die Arme zu greifen - warum soll man auch alleine Musik machen, wo das doch alle können! Mit engelsgleichem Gesang, im lupenrein ausgesetzten vierstimmigen Satz, erzählt man dem Publikum Skurriles aus dem Reich des Bösen. Um den Bandstandpunkt nachhaltig zu unterstreichen, skandiert man ihn stimmgewaltig – "Wir sind bööössseee!"Saxophonist und Bandleader Jan Klare, dezent gekleidet in rote Schlaghosen, rosa Hemd und Stiefel mit Schlangenmuster, gefällt sich in charmanter Moderation. Sein schelmenhaftes Wesen macht sich Luft in kecken Bewegungen zu den kraftvollen Evokationen seines "Flanger-Altsaxophones". Sein kantabeles Flötenspiel hingegen bringt die introvertierte Seite in ihm zum Vorschein. Organist Martin Scholz ist neu in der Band; allerdings hält er sich nur solange bedeckt, bis man ihm die Möglichkeit zur freien Entfaltung seiner Tasten-Obsession einräumt. Dann verfällt er in einen tranceartigen Zustand und übergibt sich dem schwarzweißen Nirwana aus Orgelclustern und fliegenden Läufen. Eher kontemplativ gibt sich Bassist Hartmut Kracht, der mit stoischer Gelassenheit leicht angezerrte Rock'n'Roll-Linien in diesem Geflecht aus Tönen plaziert. Der adrette Schlagwerker Wolfgang Ekholt rundet das Ganze mit brachialen Interruptionen und artistischen Einlagen ab. Der "JazzoderNie"-Verein lud zu seinem zweijährigen Jubiläum und dem insgesamt zehnten Konzert der Vereinsgeschichte mit dem "Bösen Ding" eine Band ein, die das Vereinsmotto adäquat repräsentierte: die Offenheit für und die Lust an improvisierter Musik jeglicher Couleur. Das ambitionierte Projekt junger Jazzliebhaber darf als gelungene Bereicherung der Leipziger Jazzszene gewertet werden. Regulärer Veranstaltungsort des Vereins ist "die Scheune" in Stötteritz. Übrigens: der Verein freut sich über jeden potentiellen Mitstreiter...

(Nico Thom)

Das Böse Ding personifies the Rock-infused electric sector of Jazz that came on strong in the 1970s and sustains its popularity several decades later as new generations are exposed to the amalgam. On the opening, highly amplified bass by Kracht and heavy metal drumming by Ekholt set a burning path from which saxophonist Klare blares emphatically with electrified horn fury while scholz pounds out keyboard wizardry with similarly charged emotions. The band, however, surprises with its diversity and eclectic nature as it transforms itself into a folk/ ethnic-oriented unit on the next piece. In fact, they pass through numerous musical phases on this disc, although never lose sight of their underlying amplified mission to stir a bubbling pot beyond the boiling point. In keeping with the chameleonic nature of the music, the four musicians dip their collective toes into somewhat undiluted waters on »The Shape of Jazz That Was«, a tongue-in-cheek acknowledgement of the roots of the free movement. Scholz trades in the keyboard for a trumpet, and he and Klare offer a small taste of that period's concepts. It is, however, a short-lived tidbit, for they immediately dive headlong into raucous punk rhythms that remain the bread and butter ingredients of this audacious recipe. »Bad Giant« is another example of the band's irreverent style. It incorporates fragments o »A Love Supreme« into a totally outlandish romp heavily loaded with flagrant references to other genres. Neither Calypso, Disco, nor Rollins' »Alfie« escape their brashness. Not to be typecast, they proffer a straight version of the 1954 hit-tune »Hey There« popularized by Rosemary Clooney. Das Böse Ding is not suffering an identity crisis; it simply is having modern-day fun with a bunch of traditions, on which it places its clonal and weighty mark.

Frank Rubolino, cadence 9/05

DAS BÖSE DING : THE MEAN THING

In march 1993 a promising young band called »Jan Klare -Tom Lorenz Quartett« did its first gig in Münster, hometown of reedplayer Klare. Already then some daring controversial tunes could be found in a repertoire, that was based on bebop and modern jazz. From there they moved on pretty fast, extending in all kinds of directions, trying free playing, punk, exploring avantgarde rock, contemporary composition.

1994 the band wins the »Dortmund Jazzmatch« and the title piece of their debut CD »Das Böse Ding« becomes the new band name. 1996 »Cleanhappydirty«, 1998 »Germ Germ« and 2001 »Jerry Cotton vesus Das Böse Ding« follow, the last one being an »acoustic comic- strip« with 3 speakers, a.o. the Amsterdam singer Han Buhrs.

New instruments like bassguitar, keyboard, sampler and all kinds of toys and electronics are being added.

Since 2001 the band develops a new repertoire together with Han Buhrs, moving further and further into the world of art rock.

In 2003 vibraphone player and cofounder Tom Lorenz leaves the band and with organ player Martin Scholz taking his chair still another stilistic leap is being made. The title of CD Nr.5 (2004) catches up with that devellopment - the 2004 release “purple in jazz« on »jazzhausmusik« is by far the most adventurous of all the Dings CDs.

The most recent CD »Jake Playmo – My favorite toys« (due to be released in february 2007 on ozella music) takes it even one step further. Quite ellaboretly produced, this CD focusses on blending electronic music with the live band sound.

The groups work is documented through productions for many radio stations like WDR, BBC, HR, Radio Bremen and the Deutschlandfunk. A CD together with the west german radio big band (WDR) has been released in 2001.

Big festivals like the »Deutsches Jazzfest Frankfurt«, the Berlin Jazzfestival, the European Broadcasting Festival in the Tcheck Republic, the Kopenhagen-, Leeds- and Amsterdam Trytone Jazzfestival are only a few steps in the bands impressive career.

»excellent crafted music brimming with ideas which are accompanied by an underlying sense of humour.«

Jazz on CD

»a brilliant mixture of quirky, Dolphy -inspired blues, delicate, modern compositions and virtuoso high energy blow-outs. There are show-stopping performances by saxophonist Jan Klare and vibraphonist Tom Lorenz, and the whole thing grooves hard on Wolfgang Ekholts thunderous drums. Dont miss this rare UK appearance.«

Time Out, London


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