jan klare

Klare/ Bektas/ Ak

1. Preis Creole NRW Wettbewerb 2015

Das Trio “Klare/ Bektas/ Ak” veröffentlicht nach seit nunmehr 10 Jahren Bandgeschichte seine Debüt CD. Dies bedeutet, man hat sich Zeit gelassen – die Stücke sind gereift, kein Schnellschuss oder einer Werbekampagne geschuldet. Jan Klare (Saxophon und Flöte), Ahmet Bektas (Ud) und Fethi Ak (Perkussion) präsentieren eine Musik, die dank Ihrer besonderen Besetzung atmet, schnell und reaktionsfähig und dabei rund ist. Eigenkompositionen von Bektas und Klare sowie türkische traditionelle Tänze bilden das Grundmaterial, aus dem das Trio eine ganz eigene Fusion von Jazz-, Welt- und Kunstmusik schöpft.

Für uns ist diese Musik eine Perle, die dunkel schimmert.

Ahmet Bektas, (geboren in Zonguldak) ist ein türkischer Oudspieler. Er spielte zunächst Darbuka, bevor er über Saz und Gitarre zur Oud kam, und hier sein Spiel zu einer hochgradigen Perfektion führte. Seit 1981 lebt er in Deutschland. Er verbindet in seiner Musik orientalische Maqam-Musik mit europäischer Musik und insbesondere Jazz. Häufig tritt er mit seinem Bruder, dem Perkussionisten Ömer Bektas auf. Er arbeitete u.a. mit Musikern wie Rafael Cortes, Christoph Haberer und Achim Jaroschek, dem Ruhrgebietsorchester Supernova und den Gruppen Radio Ethiopia, Lamebora, Karibuni (Deutscher Schallplattenpreis)und Tan zusammen.

Fethi Ak, in Deutschland geboren, begann schon als Kind auf türkischen Hochzeiten zu spielen, und gehört heute zu den virtuosesten Darbukaspielern in Deutschland. Er ist in der türkischen Musikszene ein sehr gefragter Studiomusiker und spielt bei: Betin Günes Ensemble (Zeitgenössische Musik), u.a. mit Charlie Mariano, Araname (Anatolian Jazz Band), Ertugrul Coruk Trio, Mediterranean Brass Band (Balkan Musik)

Jan Klare arbeitete mit einigen der wichtigsten Improvisatoren der europäischen Szene. absolvierte zahlreiche Club- und Festivalauftritte u.a. in Europa und den USA; machte CD- Produktionen mit u.a. Das Böse Ding, WDR Big Band, Die entfesselte Droste,  Radio/ TV- Produktionen bei: Radio Bremen, VPRO, Niederlande , DLF, HR, WDR, EBU, NDR. Er gewann diverse Preise: erster Preis Jazzmatch Dortmund ´94, Jazzpodiumspreis Niedersachsen ´98/ 2000, Westfalenjazz Preis 2001. Preisträger “Mixed Media – das Verweben der Künste”, Bielefeld 2002. Zahlreiche Projekte im Theaterbereich, Literaturprojekte, Elektronische Musik, Tanzproduktionen, Stummfilmvertonungen, Initiator einer Konzertreihe mit musikalischen Großprojekten, war Kurator für “Solo Virtuos” Gelsenkirchen 2001, gab eine Masterclass im New England Conservatory Boston, USA, und ist seit 2006 Leiter des Ruhrgebietsorchesters „The Dorf“ im Dortmunder Domicil

Video vom Creole Wettbewerb

“Ambitionierte Konzerte” | Klare/Bektas/Ak in Herne

Herne, 5.12.2010 | Jan Klare ist begeistert. Darüber, dass es ein Veranstalter doch tatsächlich wagt, seine regelmäßig stattfindende Reihe mit “Ambitionierte Konzerte” zu überschreiben. Denn das klingt nach Experiment, nach Musik abseits des Mainstream. Und die hat es ja ohnehin schon schwer. Auch schwer, ein Publikum anzulocken. Und Jan Klare, der Münsteraner Saxofonist und kreativer Freigeist, der genau so eine Musik in seinen vielen Projekten zu spielen pflegt, fühlt sich deshalb in den Herner Flottmann-Hallen auch sichtlich wohl. Zusammen mit den beiden türkischen Ruhrgebiets-Musikern Ahmet Bektas und Fethi Ak brilliert Klare mal wieder mit ambitionierter Musik.

Vor sieben Jahren lernten sich die drei Protagonisten bei einem Projekt mit weiteren Künstlern bei einer großorchestralen Annäherung an türkische Musik kennen. Und begannen danach zunächst, zu dritt traditionelle türkische Tänze zu bearbeiten. Inzwischen schreiben Jan Klare und Ahmet Bektas auch eigene, wunderschöne Stücke für das Trio. Die Musik von Klare/Bektas/Ak wurzelt deutlich in der türkischen Folklore. Vor allem das Oudspiel von Ahmet Bektas und die so vielschichtigen, in den Soli regelrecht aufregenden Rhythmen auf der Darbuka von Perkussionist Fethi Ak. Aber auch Jan Klares Saxofon sucht Verbindungen zur orientalischen Musikwelt seiner beiden Kollegen auf der Bühne. Dennoch bleiben die Freiheit und der Improvisationsgeist des Jazz an diesem intimen und intensiven Abend spürbar. Alle drei im Scheinwerferlicht sind nicht nur beeindruckende Virtuosen auf ihren Instrumenten, sie entpuppten sich in den Flottmann-Hallen auch als geschickte Klangsucher und Klangverbinder. Da durfte es ruhig auch mal der Renaissance-Komponist Monteverdi sein, der die Vorlage für die grenzüberschreitende Klanggestaltung der drei Künstler aus Münster, Essen und Herten lieferte.

Christof Giese

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Maschinenhaus Essen 2013

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