jan klare

Doppelrezension 1000 + Doc Chad/ RKeT + Leipzig!

1000 (Klare, Maris, de Joode, Vatcher) feat. Eugene Chadbourne
Butterfly Garden
Skycap music 2014 (Rough Trade)
4 sterne

RKeT
s/t
Skycap music 2014
4 sterne

Jan Klare bringt gern den Punk in den Jazz hinein.  Subversiver Freiheitsdrang und kompromisslose Ernsthaftigkeit zielen dabei auf eine „Forschung über Hörgewohnheiten“ und deren Manipulation – so das erklärte Anliegen des in Münster lebenden Saxofonisten. Zwei aktuelle Alben seiner  internationalen Bands beleuchten Randbereiche des Jazz, die gerne auch mal scharfkantig sind.
Da ist die Band „1000“ mit Jan Klare, dem Trompeter Bart Maris, Wilbert de Joode am Bass und  Michale Vatcher am Schlagzeug. Hinzu kommt der US-Gitarrist und Banjospieler Eugene Chadbourne – und der liefert den kompositorischen roten Faden für jenen „Schmetterlingsgarten“, nach dem das neue Album betitel ist.  Wie ein solches Insekt schwirrt die Musik von einer Blüte zur nächsten und bewegt sich dabei assoziativ in einem freien, luftigen, Raum.  Da wuchern polytonale Verwirrspiele und schweben Girlanden von Klares Flötenspiel durch den Raum – was manchmal an Stücke von Sun Ra erinnert. Mal verweilen die Stücke, bevor sie wieder vorwärts rasen – etwa in einer  Art extrem beschleunigten Bluegrass. Eugene Chadbourne greift auch mal zum Banjo, wenn er zusammen mit Klares Saxofon eine engverzahnte Textur zur kompakten Klangstudie verdichtet. Hier gibt es kein Gestern und kein Morgen, aber ein umso schillernder aufblühendes  Jetzt!
„Rket“ heißt  Klares andere Band – neben dem grenzgängerischen Saxofonisten ist einmal mehr die hyperaktive Trommelkunst von Michael Vatcher das Bindeglied. Hinzu kommt der Niederländer Luc Ex auf seiner eigenwilligen akustischen Bassgitarre. Wenn er die Saiten beackert, grollt und wabert es wie in einem dunklen Epizentrum. Das Trio lässt hier freudig die Muskeln spielen,  gerne auch in höllisch schweren Metren, in denen Vatcher es poltern und krachen lässt.  Klare fokussiert auf seinem Sax betont grelle, flagolettlastige Klangmassen voller atemberaubend expressiver Strahlkraft. So manches brachial vorwärtsknüppelnde Stück könnte schon Deathmetal sein, aber im nächsten Moment füllt umso Verspielteres und  Reflektierteres den Raum. Und wenn sich Michael Vatcher zwischendurch als Sänger betätigt, ist schwarzer Humor garantiert!

Stefan Pieper, Jazzthetik

Rezension Bad Alchemy – JK Solo

JAN KLARE Solo (edition 21) bringt genau das, Jan Klare ohne Das Dorf, ohne Deep-Schrott-Kumpels und -Hits, einfach für sich allein mit seinem Altsaxophon. Sanges­froh und verspielt, mit verblüffendem Einstieg, nämlich dem ’12th Street Rag’, den Euday L. Bowman 1914 in Kansas City von den Tasten gepflückt hat. Gefolgt von einem Zeitsprung zu den technischen Finessen eines Grußes an den Kollegen Ab Baars. Und sodann einer Reihe weiterer Eigenkreationen, wobei er etwa ‘Cortlandt Homes’ und ‘Monadnock Valley’ verziert mit elektronisch-perkussivem Noisegraffiti und plastischem Raumhall. ‘Confirmation’ zeigt ihn in bepoppiger Zwiesprache mit Charlie Parker und mit der Demonstration, dass er trotz all seiner Conduction-Aktivitäten und dicken Backen als Basssaxophonpuster ein absoluter Könner am Alto ist, dem Flüssigkeit das Feeling nicht verwässert. ‘Enright House’ lotet mit zittrigen Haltetönen wieder Räumlichkeit aus, erneut im starken Kontrast zum parkeresken Gesprudel zuvor. Um zuletzt sich große Mundvoll Raumluft einzu­verleiben. Für ‘Dye’ schnörkelt er dunkle Kringel neben hellen, mit etüdenhaftem Minimalismus. Mit Drummachinegeticker wird Rasenmähen zum großen Spaß und der ‘Lawnmower’ Klare zum aufgedrehten Vogel, der einen Chorus nach dem andern dudelt bis zum S’gehtkaummehr, aber s’muss. ‘Misia’ scheint, statt nur Sängerinnen anzuhimmeln, sich selber in Sangeskunst zu versuchen, mit allerhand Missklang und haarspaltenden Höhen. ‘Peel’ kapriolt die Tonleiter auf und ab, dass einem beim bloßen Zuhören schwindlig wird. Und zuletzt stimmt Klare lauthals das ‘Tellenlied’ an, deutlich freier und schräger als bei den Eidgenossen üblich, auch einiges kantiger als etwa Harry Sokal kürzlich das ‘Guggisberglied’ gepfiffen hat. [BA 82 rbd]
Beachtliche Musik ist immer persönlich, die von Klare und die von Raulf ist es bis zur Intimität, bis zum “Du”. [BA 82 rbd]

RKeT with A. Kämper – live film – live music

http://youtu.be/6wTYwgn0AG8

Bart Maris – Fame…

http://www.nieuwsblad.be/article/detail.aspx?articleid=blkva_01173999&fb_action_ids=10203257346586979&fb_action_types=og.recommends

RKeT – raket; roket; rkete

Die Veröffentlichung der ersten CD steht nahe vor. Anbei ist schon mal das Cover zu sichten, auf soundcloud findet man Hörbeispiele…. wird gut.

Featuring The Dorf

Das österreichische  Magazin “Freistil” über The Dorf

Foto mit Gast

Schatten voraus

1000 + Eugene Chadbourne spielen wunderbare “Schmetterlings”-Kompositionen dieses Ausnahme Gitarristen.

The Dorf macht eine Mini Tour in NRW mit Caspar Broetzmann und FM Einheit. Wenn es hier nicht kracht, wann dann?

Termine unter “Termine”

Neulich in Kassel

Jan Klare zu Gast im Kulturbunker Solist mit viel Energie

Kassel

Die wenigen, die Samstagabend Detlef Landecks höchst empfehlenswerte Konzertreihe Shelter Sounds im Kulturbunker besuchten, erwartete ein reich gedeckter Tisch. Erster Gang: ein Solo-Statement eines der kreativsten Alt-Saxofonisten des Landes, Jan Klare. Zweiter Gang: In der Pause ganz konkrete Suppe in köstlichster Ausführung, da – dritter Gang – der Dokumentarfilm über Jan Klares ungewöhnliches Orchester „The Dorf“ entscheidend vom gemeinsamen Suppenessen als sozialem Bindeglied handelt. Jan Klare Foto: nh Jan Klare Foto: nh Im Liveset demonstriert Klare in 40 Minuten, welche Klangfarben und Stiltypen ein Spieler der Extraklasse solistisch aus einem Alt-Saxofon zaubern kann. Das reicht vom Arrangement des „12th Street Rag“ aus den Gründerjahren des Jazz über eine elegante Ausformulierung der zeitlos modernen Skalen von Charlie Parkers „Confirmation“ bis zur vitalen Eigenkomposition „Rasenmäher“, die von einem rau tuckernden Drumcomputer untermalt wird. Der 80-minütige Film in experimentellem Schwarz-Weiß über Klares Haus-Orchester des Dortmunder Jazzclubs „domicil“ öffnete den Blick auf ein beeindruckendes Projekt. Anders als im herkömmlichen Orchester oder einer traditionellen Bigband mischen sich Geigen, Saxofone und Trompeten mit E-Gitarren, Bässen und Keyboards zum Hochenergie-Ensemble, das sich zwischen komponierten Parts und Soli ausagiert. Ein inspirierender Abend. Bleibt zu wünschen, dass „Shelter Sounds“ mehr Zuspruch finden. Von Hartmut Schmidt

“Höne Welt”

ein merkwürdiger Titel für meine langkalkulierte Solo CD auf dem “Poise” Label von dem formidablen Basssaxofon Kollegen Dirk Raulf – Veröffentlichung im Oktober!