Buhrs/ Klare/ de Joode
Als »Hölderlin in Hagen« wurde er bezeichnet, und das Stichwort »Hermetiker« fällt, wenn von dieser Ausnahmegestalt der westfälischen Literatur die Rede ist. Es ist ein durchaus sperriges Werk, das der 1911 geborene Ernst Meister hinterlassen hat, ein Oeuvre, das man am ehesten unter der Kategorie »Gedankenlyrik« subsumieren wird. Wir sind konfrontiert mit Reflexionen philosophischer, religiöser und allgemein weltanschaulicher Art. Ernst Meister beschäftigt der Grund unseres Daseins, das, was das Leben in der Tiefe eigentlich ausmacht, ohne Rücksicht auf Trends, auf Moden, auf Zeitgeschmack. Seine Texte sind erklärtermaßen auf der Suche nach der »Formel«, dem »Begriff« für das »Ganze« der Wirklichkeit.
Der 1953 in der legendären Eremitenpresse erschienene Band »Unterm schwarzen Schafspelz« markiert den literarischen Neubeginn Meisters nach dem Krieg. Diese Publikation brachte die Meister Aufmerksamkeit und Anerkennung des Kritikers und Literaturwissenschaftlers Clemens Heselhaus ein, der in der FAZ Meisters »eigenartige Mischung aus Realismus und Phantastik« würdigte. Bis zu Meisters Tod 1979 folgten mehr als ein Dutzend Gedichtbände, zahlreiche Hörspiele und Prosaarbeiten u.a. im Limes-Verlag und später bei Luchterhand.